Tierversuche

Millionen von Tiere werden in Deutschland jedes Jahr in Versuchslaboren benutzt, gequält, getötet und weggeworfen. Nicht nur Mäuse und Ratten, sondern auch Katzen, Hunde, Affen, Fische, Hamster, Schafe, Schweine und andere Tiere werden – meist ohne Betäubung und bei vollem Bewusstsein – in grausamen und schmerzhaften Versuchen missbraucht. Durch eine starke Tierversuchslobby herrscht in unserer Gesellschaft immer noch die Vorstellung, Tierversuche würden vor allem durchgeführt, um (lebens-)wichtige Medikamente für Menschen zu entwickeln.

Ein großer Teil der in Deutschland durchgeführten Versuche ist jedoch der sogenannten Grundlagenforschung zuzuordnen. Hier werden Tierversuche »zweckfrei«, das heißt aus reiner Forscherneugier durchgeführt. Für den Menschen — vor allem für seine Gesundheit — bringen solche Versuche keinerlei Nutzen.

Aber auch das Testen von Substanzen an Tieren zur Entwicklung von Medikamenten ist keine »gute Wissenschaft« und nicht gewinnbringend für die Gesundheit von Menschen: Egal ob sich ein bestimmter Stoff im Tierversuch als schädlich oder gar tödlich oder ob er sich als nützlich oder einfach nur nutzlos herausstellt – damit weiß man längst nicht, wie der gleiche Stoff im menschlichen Organismus wirkt. Eine lange Liste von Wirkstoffen belegt, dass die Ergebnisse von Tierversuchen nicht auf den Menschen übertragbar sind. Etliche Stoffe sind für Tiere harmlos, schädigen aber die menschliche Gesundheit. Andere wiederum sind für Tiere gefährlich, ermöglichen aber wirkungsvolle Medikament für Menschen. Tierversuche lassen uns nicht erfahren, wie diese Stoffe beim Menschen wirken. Sie wiegen uns daher in falscher Sicherheit oder verhindern sogar Fortschritte in der Medizin.

Javier Moreno, Mitbegründer von Animal Equality, bringt den Widerspruch in seiner Rede vor dem Europäischen Parlament mit diesen Worten auf den Punkt:

Wir rechtfertigen die Experimente mit Tieren indem wir argumentieren, dass sie so sind wie wir und die Ergebnisse solcher Versuche demnach auf den Menschen übertragbar sind, und verteidigen gleichzeitig all das Leid das wir ihnen zufügen mit der Begründung, dass sie anders sind als wir und somit nicht die gleiche Achtung verdienen.

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