Ernährung
Schauen Sie genau hin!
Auf dieser Seite möchten wir darüber informieren, wie die Produktion tierischer Nahrungsmittel vonstatten geht. Schauen Sie nicht weg, sondern schauen Sie ganz genau hin, wie das System funktioniert, das uns vormacht, wir seien auf den Verzehr tierischer Nahrungsmittel angewiesen, und was dies für die Tiere bedeutet.

Die Herstellung von tierischen Nahrungsmitteln wie Fleisch, Milch und Eier ist mit unvorstellbarem Leid für die Tiere verbunden, die in der Nahrungsmittelindustrie gezüchtet, ausgebeutet und getötet werden. Genauso ist es mit Fischen und anderen Wassertieren, die im Meer gefangen oder in Aquakulturen gezüchtet werden. Die Degradierung zu bloßen »Maschinen« ist an der Tagesordnung, um maximalen Gewinn zu erzielen. Die Rechte der Tiere auf Leben, Unversehrtheit und Freiheit werden systematisch missachtet. Eine schier unvorstellbare Zahl von 60 Milliarden Landtieren und bis zu 2,7 Billionen Wassertieren werden Jahr für Jahr allein zu Nahrungszwecken getötet. Für Deutschland bedeutet das im Durchschnitt 150 Tiere pro Person und Jahr.

Zunächst aber noch ein paar Worte zum Thema Bio und der vermeintlich artgerechten Haltung von Tieren.
Bio – alles gut?
Wie sieht es aus mit Bio-Fleisch, Bio-Milch, Bio-Eiern? Sind Bio-Produkte besser oder schlechter als konventionelle?

In der Nutztierhaltung – und sei sie noch so sehr »bio« – gibt es keine »glücklichen« Tiere. Auch bei der Bio-Haltung leiden die Tiere: sie werden genutzt, bis die Grenze der Wirtschaftlichkeit erreicht ist. Kuh und Kalb werden getrennt, damit die Milch verkauft werden kann. Männliche Küken werden geschreddert oder vergast, weil sie keine Eier legen. Alle »Bio-Tiere« werden am Ende getötet. Auch bei »bio« ist die Nutzung von Tieren immer mit dem Leid und dem Tod eines jeden einzelnen Tieres verbunden. Noch dazu werden die meisten »Bio-Tiere« in den gleichen Schlachthäusern getötet wie alle anderen Tiere auch. Auch hier müssen sie mit ansehen, wie den anderen vor ihren Augen die Kehle durchgeschnitten wird, auch hier erleben viele ihren Todeskampf bei vollem Bewusstsein.

Bio-Tierprodukte sollen dem Verbraucher ein gutes Gewissen vermitteln. Fakt ist jedoch: Die marginal besseren Haltungsbedingungen für Bio-Tiere werden meist nicht genutzt:
Beispielsweise stehen Masthühnern Freiflächen nur temporär zur Verfügung, sie werden zudem aufgrund von Hackordnung und geringem Alter der Tiere oder auch mangels Überdachung so gut wie nicht genutzt. Für Kühe ist in kleineren Bio-Betrieben die Anbindehaltung erlaubt, was bedeutet, dass sie so gut wie keine Bewegungsmöglichkeiten haben und immerzu auf der gleichen Stelle stehen oder liegen müssen. Und es gibt auch keine Eier von glücklichen Hühnern. Auch Bio-Hühner sind auf hohe Legeleistung gezüchtet. Auch bei »bio« werden die männlichen Küken kurz nach dem Schlüpfen getötet; und die Legehennen, wenn sie nicht mehr genügend Eier legen.

Das bedeutet nicht, dass man dann genauso gut Fleisch und andere tierische Produkte aus Massentierhaltung kaufen kann, weil es sowieso keinen Unterschied mache. Beide Systeme sind im Grunde die gleichen und gleich schlecht für die Tiere – daher ist es am besten, keines der beiden durch den Kauf zu unterstützen.

Und trotzdem: bio ist uns wichtig – bei pflanzlichen Lebensmitteln. Ökologischer Anbau von Getreide, Obst, Gemüse, Kaffee und allen anderen pflanzlichen Nahrungsmitteln ist ein wichtiger und unerlässlicher Beitrag zum Schutz unserer Lebensgrundlagen, beispielsweise zum Schutz von Boden, Wasser, Artenvielfalt und Klima.
Industrielle Produktion
Tiere sind zu bloßen Maschinen degradiert worden: Es sind nur wenige Konzerne weltweit, die heute das »Genmaterial« für die Tiermast bereitstellen. Millionen von genetisch nahezu identischen Schweinen, Hühnern, Puten und Rindern stammen von Tieren ab, die auf höchsten Fleischansatz in immer kürzerer Zeit hochgezüchtet sind. Die Tiere werden an die Haltungssysteme angepasst, nicht umgekehrt. Sie fristen ein elendes kurzes Dasein, bis sie ihr »Schlachtgewicht« erreicht haben und zum Schlachthof gekarrt werden.

In der Mast zu Hunderten oder gar Tausenden in stickigen Hallen eingezwängt in enge Boxen, Ställe, Käfige werden sie zwangsbesamt, per Hormonspritze taktgleich entbunden; es werden Hornansätze ausgebrannt oder ausgestanzt, Ringelschwänze abgeschnitten und Zähne abgeschliffen, es werden Hoden ohne Betäubung entfernt, Schnäbel mit glühenden Klingen abgebrannt. Tageslicht gibt es keines, dafür computergesteuerte Beleuchtung für optimales Fressverhalten und möglichst wenig Aggressionen. Nutzung bis zum Optimum oder bis zum Ende der Wirtschaftlichkeit.

Das System der Tierproduktion macht uns zweierlei glauben: Erstens, dass Fleischessen und Milchtrinken völlig normal, natürlich und sogar notwendig sei. Und zweitens, dass Tierschutz in der Produktion groß geschrieben werde und die Tiere überhaupt nicht leiden. Sehen Sie hier, wieso Fleischessen weder normal noch natürlich noch notwendig ist, und überzeugen Sie sich hier davon, wie weit es mit dem Tierschutz in deutschen Ställen und Schlachthöfen her ist.
Hühner
Nur 33 Tage alt wird ein Huhn in deutschen Mastbetrieben. Es ist einzig und allein dafür gezüchtet, schnell viel Muskelfleisch anzusetzen. Mit tausenden anderen Hühnern sitzt es sein kurzes Leben lang in einer Halle, deren Licht und Luftzufuhr vollautomatisch gesteuert wird – genau abgestimmt auf maximale Futteraufnahme, minimale Bewegung und möglichst wenig Aggression.

Die Brustmuskeln der meisten Hühner wachsen so schnell, dass ihre Skelette nicht mithalten können. Viele können kaum laufen und liegen daher im Kot und Urin, der sich über die Wochen auf dem nicht gewechselten Streu unter ihnen ansammelt. Schwere Entzündungen der Haut sind die Folge. Andere brechen unter der eigenen Last zusammen, können nicht mehr laufen und verhungern oder verdursten inmitten ihrer Artgenossen. Nur durch den massiven Einsatz von Antibiotika schaffen es die meisten Tiere, die Mastzeit zu überstehen. Getötet werden sie dann im Akkord: kopfüber an den Füßen aufgehängt wird ihnen – oftmals nicht richtig betäubt – von rotierenden Messern die Kehle durchgeschnitten.
Schweine
Schweine sind verspielte, sehr reinliche und intelligente Tiere. Aber so ergeht es ihnen in der Schweinemast: Eine Muttersau ist eine regelrechte Gebärmaschine. Sie wird fast ununterbrochen in einen Kastenstand, einem Käfig aus Metallstäben, gesperrt, der kaum größer ist als sie selbst. Sie kann nur stehen und sich hinlegen, kann sich nicht einmal umdrehen. Sie wird mit Hormonen in die Rausche versetzt, um dann zwangsbesamt zu werden. Die Geburt ihrer Ferkel wird auch per Hormonspritze eingeleitet. Alle Geburten müssen gleich getaktet sein, damit das System möglichst effizient genutzt werden kann. Auch im Abferkelkäfig kann sie nur stehen oder liegen und ihre Ferkel säugen. Die werden ihr nach drei Wochen weggenommen, um gemästet und geschlachtet zu werden. Die Muttersau kommt wieder in ihren Kastenstand und wird erneut zwangsbesamt.

Das Ferkel, das zum Mastschwein werden soll, muss schmerzhafte Prozeduren über sich ergehen lassen: Man schleift ihm die Eckzähne ab und schneidet ihm den Ringelschwanz ab, um zu verhindern, dass die Schweine sich in den Massen ställen vor Langeweile gegenseitig anfressen – sie tun es trotzdem, weil sie auf engstem Raum eingepfercht und enormem sozialem Stress ausgesetzt sind. Dem männlichen Ferkel wird ein Schnitt in den Bauch gemacht und die Hoden herausgerissen – es wird kastriert, denn angeblich schmeckt das Fleisch eines Ebers zu streng. Die Kastration erfolgt ohne Betäubung und ohne Schmerzmittel, die Ferkel schreien laut vor Angst und Schmerzen, während sie mit dem Kopf in einem Metalltrichter stecken, damit sie sich nicht wehren können.

In der Mastanlage sind viele Tausend Schweine zusammen eingesperrt. Sie liegen auf dem kahlen Betonboden, durch dessen Spalten Kot und Urin in die darunter liegende Güllegrube fällt. Die aufsteigenden Dämpfe verätzen Augen und Atemwege. Ein Schwein ist so gezüchtet, dass es mit entsprechendem Kraftfutter in kürzester Zeit große Mengen an Fleisch ansetzt. So kann es nach fünf bis sechs Monaten mit einem Gewicht von 180 kg zum Schlachthof gebracht werden. Dort wird es mit Kohlendioxid betäubt, es wird an den Füßen aufgehängt und man schneidet ihm die Kehle durch. Viele Schweine sind jedoch nicht richtig betäubt und bei vollem Bewusstsein, wenn ihm der Hals aufgeschnitten wird, und oft auch, wenn es ins Brühbad zur Entfernung der Borsten geworfen wird. Viele Schweine hört man dort vor Schmerzen schreien und gegen die Wände treten.
Fisch
Fische spüren Schmerz und Angst. Das ist längst bekannt und wissenschaftlich zweifelsfrei nachgewiesen. Trotzdem werden alleine in Deutschland in jedem Jahr etwa elf Milliarden Fische und Meerestiere gegessen. Rund die Hälfte stammt tatsächlich auch dem Meer, die andere Hälfte wird in Aquakulturen gezüchtet.

Beim Fischfang auf hoher See fahren Industrieschiffe raus, um mit gigantischen Netzen Fische zu fangen. Es bleibt alles im Netz hängen, was größer ist als dessen Maschen. Wird das Netz aus dem Wasser geholt, platzen vielen Fischen durch den sich schnell ändernden Druck die Schwimmblasen und die Augen. Viele werden im Netz erdrückt. Viele ersticken an Bord. Und andere sterben erst, wenn sie bei vollem Bewusstsein ausgenommen werden. Alle Tiere, die ins Netz gegangen, aber nicht brauchbar sind, werden wieder ins Meer geworfen – entweder bereits tot oder so schwer verletzt, dass sie im Wasser verenden. So sterben in jedem Jahr nicht nur unzählige Fische, sondern auch Delfine, Haie, Meeresschildkröten, Wale und Meeresvögel.

In der Aquakultur ergeht es den Tieren kaum besser: Sie leben zu tausenden auf engstem Raum und werden mit Kraftfutter auf Schlachtgewicht gemästet. Vor dem Töten werden sie tagelang ausgehungert, damit sich der Verdauungstrakt leert. Betäubt werden die Fische oft mit Kohlendioxid oder durch das Legen auf Eis. Beides macht sie nach kurzer Zeit bewegungsunfähig, aber ihr Bewusstsein verlieren sie erst nach vielen Minuten. Viele Fische erleben ihre Tötung ohne Betäubung bei vollem Bewusstsein.
Milch
Die Produktion von Rindfleisch und Milch ist ein in sich geschlossenes System. Fleisch- und Milchproduktion lassen sich nicht voneinander trennen:

Am Anfang steht hier die Milchkuh. Sie wird im Alter von etwa zwei Jahren zwangsbesamt; die Trächtigkeit dauert neun Monate. Wenn die Kuh ihr Kälbchen zur Welt gebracht hat, wird es ihr noch am selben Tag weggenommen (auch in vielen Bio-Betrieben), damit das Kalb die Milch nicht wegtrinkt, die der Mensch für sich beansprucht. Sie wird Tag für Tag gemolken, wenige Wochen nach der Geburt wieder zwangsbesamt und bis wenige Wochen vor der Geburt ihres zweiten Kalbes weiter gemolken. Das geht so weiter, bis die Kuh nicht mehr rentabel ist: Entweder sie gibt nicht mehr genügend Milch oder sie ist unfruchtbar geworden oder so krank, dass sie wirtschaftlich nicht mehr tragbar ist. Die Bedingungen in der Milchindustrie sind derart schlecht und den Tieren werden solche Höchstleistungen abverlangt, dass sie nach nur wenigen Jahren völlig krank und ausgelaugt sind. So werden 80% der Milchkühe aus gesundheitlichen Gründen getötet – und zwar im Alter von nur vier bis sechs Jahren, obwohl sie bis zu 30 Jahre alt werden könnten.

Das Kälbchen wird in einer Einzelbox aufgezogen – ohne Körperkontakt zu seiner Mutter oder anderen Tieren. Es muss aus einem Eimer trinken und kann seine natürlichen Saugreflex nicht befriedigen, wie es das am Euter seiner Mutter tun würde. Es bekommt einen »Milchaustauscher«, der das Kalb schnell heranwachsen lässt, damit es möglich bald genutzt werden kann. Ein weibliches Kalb wird zur Milchkuh gemacht und erlebt das gleiche Schicksal wie seine Mutter. Ein männliches Kalb wird entweder im Alter von sechs Monaten getötet und zu »Kalbfleisch« gemacht oder im Alter von etwa einem Jahr als Bullenkalb getötet und zu »Rindfleisch« gemacht.

Der große Irrtum: Eine Kuh gibt nicht »sowieso« Milch. Sie muss immer wieder Kälber bekommen, damit der Milchfluss nicht versiegt. Alle Kälber werden ihr genommen und entweder für die Milch- oder für die Fleischproduktion benutzt. Das System funktioniert nur auf diese Weise — Fleisch- und Milchproduktion sind untrennbar miteinander verbunden. Ohne Milch kein Fleisch. Ohne Fleisch keine Milch.
Eier
Immer noch herrscht die Vorstellung, dass Hühner sowieso Eier legen und es damit für die Tiere unproblematisch sei, wenn Menschen diese Eier essen. Die Realität sieht jedoch völlig anders aus:

Ein weibliches Küken wird zur Legehenne, die während ihrer Nutzungsdauer möglichst viele Eier legen soll. Um Kannibalismus unter den Hennen zu vermeiden, wird der Henne noch als Küken der Schnabel gekürzt: ihre empfindliche Schnabelspitze wird mit einem Laser abgebrannt oder mit einer glühenden Klinge abgeschnitten.
Eine Henne legt von Natur aus nur so viele Eier, bis ihr Gelege vollzählig ist; nimmt man ihr die Eier jedoch weg, ist sie durch ihren natürlichen Instinkt gezwungen, ständig neue zu legen. Durch den hohen Kalziumverlust werden ihre Knochen weich, sie kann nicht mehr richtig und nur unter Schmerzen stehen und laufen. Unter den meisten Haltungsbedingungen hat sie nicht genügend Platz, um ihre Flügel auszubreiten oder einmal ein Staubbad zu nehmen. Mit zunehmender körperlicher Erschöpfung nimmt auch ihre Legeleistung ab. Sobald wie wirtschaftlich uninteressant wird, wird sie im Alter von nur 18 Monaten getötet.

Das Leben eines männlichen Kükens ist noch viel kürzer – gerade mal einen Tag lang lebt es. Da es naturgemäß keine Eier legt, ist es für die Eierproduktion nicht nutzbar. Und weil die Zuchtlinie, aus der es stammt, auf hohe Legeleistung und nicht auf schnellen Fleischansatz ausgelegt ist, kann es auch nicht gewinnbringend für die Fleischproduktion genutzt werden. Daher wird das Küken getötet – meist vergast oder geschreddert. Auch Bio-Küken.