Bio – alles gut?

Wie sieht es aus mit Bio-Fleisch, Bio-Milch, Bio-Eiern? Sind Bio-Produkte besser oder schlechter als konventionelle? Bei »bio« muss zwischen pflanzlichen und tierischen Nahrungsmitteln unterschieden werden:

In der Nutztierhaltung — und sei sie noch so sehr »bio« — gibt es keine »glücklichen« Tiere. Auch bei der »Bio-Haltung« leiden die Tiere: sie werden genutzt, bis die Grenze der Wirtschaftlichkeit erreicht ist. Kuh und Kalb werden getrennt, damit die Milch verkauft werden kann. Männliche Küken werden geschreddert oder vergast, weil sie keine Eier legen. Alle »Bio-Tiere« werden am Ende getötet. Auch bei »bio« ist die Nutzung von Tieren immer mit dem Leid und dem Tod eines jeden einzelnen Tieres verbunden. Noch dazu werden die meisten »Bio-Tiere« in den gleichen Schlachthäusern getötet wie alle anderen Tiere auch. Auch hier müssen sie mit ansehen, wie den anderen vor ihren Augen die Kehle durchgeschnitten wird, auch hier erleben viele ihren Todeskampf bei vollem Bewusstsein.

Wenn es um tierische Produkte geht, wiegen Bio-Siegel den Verbraucher in falscher Sicherheit: »Bio-Tiere« sind keine glücklichen Tiere; auch ihr kurzes Leben ist von Leid geprägt und am Ende steht immer der gewaltsame Tod durch Menschenhand. Bio-Fleisch soll dem Verbraucher ein gutes Gewissen vermitteln – eine raffinierte Strategie der Fleischindustrie. Fakt ist jedoch: die marginal besseren Haltungsbedingungen für Bio-Tiere werden meist nicht genutzt: Beispielsweise stehen Masthühnern Freiflächen nur temporär zur Verfügung, sie werden zudem aufgrund von Hackordnung und geringem Alter der Tiere oder auch mangels Überdachung so gut wie nicht genutzt. Für Kühe ist in kleineren Biobetrieben die Anbindehaltung erlaubt, was bedeutet, dass sie so gut wie keine Bewegungsmöglichkeiten haben und immerzu auf der gleichen Stelle stehen oder liegen müssen.
Das bedeutet nicht, dass man dann genauso gut Fleisch und andere tierische Produkte aus Massentierhaltung kaufen kann, weil es sowieso keinen Unterschied mache. Beide Systeme sind im Grunde die gleichen — daher ist es am besten, keines der beiden zu unterstützen.

Und trotzdem: bio ist uns wichtig — bei pflanzlichen Lebensmitteln. Ökologischer Anbau von Getreide, Obst, Gemüse, Kaffee und allen anderen pflanzlichen Nahrungsmitteln ist ein wichtiger und unerlässlicher Beitrag zum Schutz unserer Lebensgrundlagen: beispielsweise zum Schutz von Boden, Wasser und Artenvielfalt.